Inoffizielle Website zur LaGa 2022 vorgestellt

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Karl Josef Schumacher (r.) und Michael Lentz zeigten im Haus der Schützen in Ahrweiler Pfandbecher, wie sie inzwischen in 145 deutschen Städten verwendet werden.

Am 20. September 2016, fast zwei Jahre ist das her, wurde in Mainz die Entscheidung für Bad Neuenahr-Ahrweiler als Austragungsort der Landesgartenschau (LaGa) 2022 bekannt gegeben. Hinter den Kulissen werde seitdem intensiv an den Plänen gearbeitet, meint Karl Josef Schumacher aus Ahrweiler. Die Einwohner der Kreisstadt aber würden seit der Bekanntgabe von Verwaltung, Politik und LaGa-Gesellschaft „nicht oder nur bedingt mitgenommen“.

Mehr Transparenz und eine bessere Öffentlichkeitsarbeit seien aber auch deshalb nötig, weil die Kreisstadt-Bewohner bis zur LaGa-Eröffnung noch einige Unannehmlichkeiten erdulden müssten – insbesondere die Verkehrsbehinderungen, den Staub, die Abgase und den Lärm, der mit den geplanten Baumaßnahmen verbunden ist. Schumacher fehlt die Identifikation der Bevölkerung mit „ihrer Landesgartenschau“, es fehlten Begeisterung und Emotionen, die ein „Wir“-Gefühl erzeugen.

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Dieser QR-Code führt zur inoffiziellen LaGa-Website.

Mit dem magazinartig dargestellten Internetauftritt will er einen Überblick, dieser Idee vom „Großen Ganzen“ der LaGa 2022 in Bad Neuenahr-Ahrweiler vermitteln. Was prägt die Gartenschau? Welche Projekte werden vor meiner Haustüre entwickelt? Wie ist der Status quo? Wie hat die Fläche vor dem Baubeginn ausgesehen? Fragen, die Schumacher zusammen mit Michael Lentz, einem fotografierenden Hotelier aus Bad Neuenahr, in ihrer Info- und Mitmach-Website beantworten. Auf Einladung der Initiative „AW im Netz“ stellte Schumacher die Webseite, die seit wenigen Tagen online ist, jetzt im Haus der Schützen in Ahrweiler vor. Unter den 30 Zuhörern war auch Martin Schulz-Brehme, seit Juni technischer Geschäftsführer der gemeinnützigen LaGa-Gesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Hauptelemente von Schumachers Webseite sind eine interaktive Landkarte der Kreisstadt, eine „Querbeet“-Rubrik sowie eine Dokumentation der anstehenden Projekte, die dem Leser Wissenswertes auf eine lockere Art präsentiert. Ein „LaGa-Tracker“ zeigt den Stand jedes einzelnen Projekts an, also ob nicht vor Ort mit der Umsetzung begonnen wurde (derzeit 45 Projekte), ob sich ein Projekt in Arbeit befindet (derzeit vier) oder bereits abgeschlossen wurde (derzeit eines). In die Projektbeschreibungen will Schumacher Fotos, Baupläne und interessante Hintergrundinformationen, z. B. aus dem städtischen Haushalt, einbinden. Um Übersichtlichkeit zu schaffen, hat Schumacher die einzelnen Projekte kategorisiert – als Projekte zur Stadtentwicklung (insgesamt 13), als Parks oder Grünanlagen (12), Parkplätze/Parkgaragen (4), Straßen und Wege (8), touristische Ziele (5) und Faceliftings (4). In den nächsten Monaten wollen Lentz und Schumacher Woche für Woche je eines der insgesamt 50 Projekte ausführlich vorstellen

„Hans im Grün“, das Pseudonym einer „journalistischen Vogelscheuche“, werde die Aktivitäten rund um die Gartenschau mit spitzer Feder begleiten. Damit will Schumacher bei der Bevölkerung Verständnis für unvermeidliche Unannehmlichkeiten wecken. Es geht ihm „nicht darum den Finger in offene Wunden zu legen, es geht vielmehr darum, Notwendigkeiten offen und plausibel zu erklären.“

Sein Internet-Portal solle aber keine Einbahnstraße sein, sagte Schumacher. Vielmehr möchte er Impulse, Denkanstöße und berechtigte Kritik aus der Bevölkerung aufnehmen und nach und nach eine aktive Community um seine Webseite herum aufbauen. Wer möchte, kann auch eine „Patenschaft“ über ein LaGa-Projekt übernehmen.

Ein paar Impulse, die über die bisherige Planung für die LaGa hinausgehen, konnte Schumacher bereits nennen: eine Aufwertung des Pfarrgarten von „St. Laurentius“ in Ahrweiler zum Kräutergarten, die Aufwertung des mehr als tausend Jahre alten Mühlenteichs, der im Mittelalter die Lebensader der Stadt war und zwölf Mühlen antrieb, den Bau eines Skywalks am Silberberg in Ahrweiler als Gemeinschaftsaktion der Berufsbildenden Schule und der Metallhandwerker-Innung sowie eine Hängeseilbrücke in Ahrweiler. Außerdem schlug Schumacher vor, dem Beispiel von inzwischen 145 deutschen Städten zu folgen und in Bad Neuenahr-Ahrweiler ein Pfandbecher-System einzuführen. Damit könne jede Menge Müll vermieden werden.

Und unter dem Motto „Ich mach mit!“ möchte er „Menschen infizieren, begeistern und mitnehmen.“ Schumacher und Lentz planen Workshops und Aktionen. Als Beispiele: Radtouren durch das Landesgartenschaugelände oder, in Zusammenarbeit mit der Gärtnerei Wershofen in Ahrweiler, Workshop‘s zur bienenfreundlichen Bepflanzung von Blumenkästen und -kübeln.

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